Offshore Outsourcing: Manchmal geht die Rechnung doch nicht auf

5. August 2012 | Von | Kategorie: Outsourcing

Der heutige Kunde will nicht „billig“, sondern „günstig“ kaufen. D.h. nicht nur der Preis, sondern auch Qualität und Lieferzeit müssen stimmen. Viele Unternehmen denken nur an die Kostenseite und verlagern ihre Prozesse in andere Standorte. Doch die Billigen von heute werden zu den Teuren von morgen. U.a. konnten sich Philips und Berndes davon überzeugen.

Anfang 2012 wurde während der Betriebsversammlung an 2.000 Mitarbeiter von Royal Philips Electronics NV in Drachten (Niederlande) die Entscheidung kommuniziert, dass der niederländische Traditionskonzern die Produktion der hochwertigsten Elektrorasierer aus China zurück ins Stammland holt.

„Ein Produktingenieur ist mittlerweile in Schanghai genauso teuer wie hier in Drachten”, sagte Betriebsleiter Rob Karsmakers im Gespräch mit Bloomberg, „aber in China ist die Fluktuation bedeutend höher. Das ist nicht nachhaltig“.

Ähnliche Erfahrung hat der Pfannenhersteller Berndes gemacht. Marcus Linnepe, der neue Geschäftsführer, hat ebenfalls die Entscheidung getroffen, die Produktion aus China nach Deutschland zurückzuholen und in den Standort weiter zu investieren. Er erhofft sich u.a., mit Qualität zu überzeugen und die Produkte auch in China zu verkaufen – mit ordentlichen Margen.

Hier ist das Interview mit Marcus Linnepe:

Daher sind immer die Outsourcing-Entscheidungen gründlich zu überlegen. Eine Rechnung sollte vorliegen, die nicht nur die Chancen und jetzige Trends, sondern auch gegenwärtige und zukünftige Risiken aufzeigt. Und erst dann kann entschieden werden, ob die Prozesse ausgelagert werden oder doch im Hause bleiben.

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Ein Kommentar auf "Offshore Outsourcing: Manchmal geht die Rechnung doch nicht auf"

  1. […] Deutschland liegt mit den 31 EUR pro Stunde auf dem achten Rang im europäischen Vergleich. […]

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